RFID Zugangssysteme

Die Zeiten, in denen der Hotelgast beim Einchecken einen richtigen Schlüssel bekam, sind lange vorbei. Heute bekommen die Gäste eines Hotels an der Rezeption keinen Schlüssel mehr, den sie am Ende des Aufenthalts wieder abgeben müssen. Sie bekommen vielmehr eine kleine Karte aus Plastik, die sie sogar als Andenken mit nach Hause nehmen können. Diese Karte hat immer so lange Gültigkeit, wie der Gast ein Zimmer im Hotel gebucht hat. Jeder neue Gast bekommt eine neue Karte und viele fragen sich: Wie sicher sind diese Karten eigentlich?

Ein sicheres System?

Jeder neue Hotelgast bekommt für das gleiche Schloss eine neu programmierte Karte. Möglich wird das durch die RFID-Technik oder auch NFC-Technik. Mittels dieser Technik ist es möglich, Karten aus Plastik nur für einen bestimmten Zeitraum für ein Schloss zu programmieren. Für die Hersteller der Karten ist das ein sicheres System, und zwar zu 100 Prozent. Es aber Kriminologen, die bei diesen so gelobten Systemen entscheidende Sicherheitslücken entdeckt haben. Durch diese Sicherheitslücken ist es Dieben möglich, ohne Probleme alle Zimmertüren in einer Etage des Hotels zu öffnen. Ob diese bewohnt sind oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Der Dieb verschafft sich eine Art Generalschlüssel und kein Hotelzimmer ist mehr vor einen unbefugten Zutritt sicher.

Das Problem mit den Lesegeräten

Das große Problem der Schlüsselkarten sind die Lesegeräte. Diese Geräte müssen ihren Platz immer nahe an der Tür haben, damit der Hotelgast die Karte vor das Lesegerät halten kann. Erst wenn die Karte gelesen wurde, öffnet sich die Tür. Hacker haben im Auftrag eines Hotels den Versuch gemacht, die Lesegeräte zu manipulieren. Die Ergebnisse sind erschreckend. Die Hacker arbeiteten mit einem sogenannten RFID-Spion, der nicht größer ist als der Nagel des Daumens. Sie öffneten das Lesegerät, platzierten den Spion, klemmten drei Steuerkabel an und schlossen das Lesegerät wieder. Jetzt mussten sie nur noch warten, bis jemand mit einer Zugangsberechtigung kommt und seine Karte an das Lesegerät hält.

Alles wird gespeichert

In dem Versuch dauerte es nicht lange und eine Karte wurde an das Lesegerät gehalten. In diesem Moment kopiert der RFID-Spion alle Informationen und speichert sie dann für die weitere Verwendung. In einem Hotel sind es durchschnittlich 200 Menschen, die an 24 Stunden ihre Zimmerkarten benutzen. Hätte das Lesegerät einen RFID-Spion, dann würde dieser Spion alle relevanten Daten der 200 Gäste auslesen, kopieren und speichern. Theoretisch kann jeder, der den RFID-Spion installiert hat, in alle Zimmer gehen, sich dort umsehen und nach Belieben Wertsachen stehlen, ohne dass ein Alarm ausgelöst wird.

Auch wenn es sich vielleicht komisch anhört, aber viele Hotelgäste könnten sicherer wohnen, wenn an der Tür ein normales mechanisches Schloss wäre. Zwar ist es möglich, einen Schlüssel zu kopieren, aber dazu müssten die Diebe den Schlüssel erst einmal in den Händen halten. Handelt es sich um einen Sicherheitsschlüssel, dann lässt sich dieser nicht so einfach kopieren. Ein RFID-Spion in einem Lesegerät der Hotelzimmertür hingegen ist noch für viele Monate gültig. Die Generalschlüssel Zimmerkarten, wie sie die Zimmermädchen haben, sind nach wie vor gültig und sie macht es möglich, dass sich Diebe immer wieder Zutritt verschaffen können.

Beitragsbild: depositphotos.com / 29712363@racorn

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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