Entwertung Geldscheine

Ist Geldscheine entwerten eigentlich so einfach, wie es klingt? So einfach ist es nicht, aber es gibt mit RFID eine neue Technik, die es ohne Probleme möglich macht, einen Geldschein zu entwerten. Das kann sogar aus der Ferne geschehen, wenn der Geldschein einen Chip in sich trägt. Geldscheine entwerten soll ein effektives Mittel gegen Banküberfälle sein, aber die Möglichkeit, das Geld aus der Ferne zu entwerten, birgt auch viele Gefahren. Das gilt besonders in Zeiten, in denen die Abschaffung des Bargelds immer lauter diskutiert wird. Wer Geldscheine entwerten kann, der ist auch in der Lage, dafür zu sorgen, dass Scheine und Münzen für immer verschwinden.

Keine Utopie mehr

„Schwundgeld“ nennen Experten die Möglichkeiten, um Geld zu entwerten. Mit der Hilfe des RFID-Chips in jedem Geldschein ist es einfach, jede Banknote zu orten und sie auch nach Bedarf zu entwerten. Damit ist der negative Zins auch beim Bargeld keine Utopie mehr. Das heizt die Diskussion um die Abschaffung des Bargelds immer weiter an. Mittlerweile hat die Tatsache, dass Geldscheine entwerten jederzeit möglich ist, denjenigen wieder Aufwind gegeben, die vehement gegen die Abschaffung des Bargelds sind. Die Behörden können dann, rein theoretisch, Geldscheine entwerten, wann immer sie möchten. Das geschieht per Funk und der Besitzer des Geldscheins bekommt davon nichts mit. Erst wenn es ans Bezahlen geht, wird schnell klar, dass der Geldschein nichts mehr wert ist. Eine frustrierende Vorstellung!

Gegen den Widerstand


Eine bargeldlose Gesellschaft ist das, was unter anderem der Europäischen Zentralbank für die Zukunft vorschwebt. Wenn es jetzt ein Instrument gibt was die Geldentwertung mithilfe der RFID-Technik ermöglicht, fällt es natürlich leichter, negativen Zinsen für die Guthaben der Bürger einzuführen. Allerdings stößt das auf den zum Teil massiven Widerstand in einigen Ländern in Europa. Sie stehen der Abschaffung des Bargelds mehr als kritisch gegenüber. Auch die Mehrzahl der Deutschen will Münzen und Scheine behalten, um einen besseren Überblick zu haben, wie viel Geld ausgegeben wird. Bis jetzt war es kaum vorstellbar, wie es möglich sein könnte, das Bargeld abzuschaffen. Dank der RFID-Technologie ist diese Vorstellung jedoch kein Problem mehr. Geldscheine entwerten, so Kritiker, ist der nächste Schritt in eine bargeldlose Gesellschaft, die von den Behörden kontrolliert wird.

Gibt es auch Vorteile?

Aus der Sicht der Kritiker und der Verschwörungstheoretiker heißt die Geldentwertung via RFID, dass die Bürger ein Stück mehr ihrer Freiheit verlieren. Diejenigen jedoch, die sich für das Geldscheine entwerten per RFID-Chip aussprechen, weisen auf die zahlreichen Vorteile dieses Verfahrens hin. Wenn jeder Geldschein eine ID hat und in einer sogenannten „Dice-Cloud“ gespeichert ist, beginnt für Räuber und Fälscher eine schwierige Zeit. Geldfälscher müssten sich auf die Chips in den Geldscheinen einstellen, was nicht ganz so einfach ist, wenn das technische Know-how fehlt. Auch Räuber, die Banken, Geldtransporte oder Geschäfte überfallen, hätten wenig Freude am geraubten Geld. Sie müssen jederzeit damit rechnen, dass die Geldscheine entwertet werden und somit nutzlos sind. Geldscheine entwerten macht es unmöglich, Terrorgruppen zu finanzieren, auch der illegale Handel mit Waffen ist nicht mehr so einfach. Die Sicherheitsbehörden hätten in diesem Fall die Möglichkeit, das Geld zu entwerten, wenn es nötig ist.

Eine neue Form der Inflation?

Geldscheine entwerten bedeutet, das Papiergeld und das sogenannte Buchgeld gleich zu stellen. Beim Buchgeld handelt es sich um „Geld“, was die privaten Banken mittels einer Giralgeldschöpfung wie aus dem Nichts zaubern können. Wenn das Sparguthaben der Kunden durch negative Zinsen beispielsweise um zwei Prozent abgewertet wird, beginnt das Geldscheine entwerten und das Papiergeld ist immer weniger wert. Im Grunde heißt das, es findet eine Inflation statt und die Bürger merken davon nichts. Ihr Geld ist immer weniger wert, nur die Banken machen dabei einen guten Schnitt. RFID ist in diesem Fall für eine schleichende Inflation und eine schrittweise Entmündigung der Bürger zuständig.

Nur ein fiktiver Wert

Geldscheine entwerten ist vielleicht die Chance, kriminelle Aktivitäten halbwegs in den Griff zu bekommen. Allerdings trägt dies auch dazu bei, dass Menschen wieder mehr Angst haben, dass ihr geliebtes Bargeld ganz verschwindet. Die Befürworter des Bargelds sollten sich jedoch immer vor Augen halten, dass Münzen und Scheine letztendlich nur einen fiktiven Wert darstellen. Nur mit Edelmetallen wie Gold gelingt es, einen verlässlichen Gegenwert aufzubauen, der jeder Inflation standhält. Nur Edelmetalle sind ein dauerhafter Schutz, der vor dem Absturz schützt, der in die totale Wertlosigkeit führt. Trotzdem ist vielen der Gedanke nicht geheuer, dass es jemanden gibt, der über ihr Geld verfügen kann. Auch wenn es sich „nur“ um Bargeld handelt, niemand möchte, dass eine Behörde Geldscheine entwerten kann und der Bürger nicht in der Lage ist, sich zu wehren.

Beginnt jetzt eine neue Ära?

RFID in Geldscheinen – das kann der Beginn einer neuen Ära in der Geschichte des Geldes sein. Die RFID-Chips machen den Weg des Geldes transparenter und es ist einfacher, nachzuverfolgen, wohin einzelne Geldströme gehen. Für die Polizei und die Sicherheitsbehörden wird es einfacher, die Kontrolle zu behalten. Sie können Geldscheine entwerten und so Terrorgruppen die finanzielle Grundlage entziehen. Geld fälschen ist dann kein Thema mehr, es sei denn, die Fälscher verfügen über die gleichen technischen Möglichkeiten, wie sie die Bundesbank hat. Wer Geldscheine entwerten kann, kann jedoch auch massiv in den Datenschutz eingreifen, ein Aspekt, der vielen Menschen große Sorgen bereitet. Laut Hersteller der RFID-Chips, die in die Geldscheine kommen, ist es durchaus kein Problem, die Privatsphäre jedes einzelnen Bürgers zu schützen. Falls die Voraussetzungen gegeben sind, die Bürger zu beobachten, wer sagt, dass es der Staat nicht tun wird? Vor allem, wenn es so leicht funktioniert, wie über die Markierung von Geldscheinen mit einem RFID-Chip.

Fazit

Geldscheine entwerten und den Bürger entmündigen – das sind die Vorstellungen, die viele Menschen haben, wenn sie an die vermeintlichen Pläne der Europäischen Zentralbank denken. Die EZB macht kein Geheimnis daraus, dass sie es begrüßt, wenn es kein Bargeld mehr gibt. So wird der 500,- Euroschein aus dem Verkehr gezogen, ein erster Schritt in Richtung bargeldlose Zukunft. Das Markieren der Geldscheine mit einem RFID-Chip hat aber eine ganz andere Qualität. Mit dieser Methode lassen sich nicht nur Geldscheine entwerten, es kann auch ein Mittel für eine schleichende Inflation sein.

Beitragsbild: depositphotos.com / 10428381@ginasanders

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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