RFID Mitarbeiter Kontrolle

Normalerweise sollte die Zusammenarbeit in einem Unternehmen auf Vertrauen basieren. Trotzdem gehen die Unternehmer auf Nummer sicher und kontrollieren ihre Mitarbeiter von Zeit zu Zeit. Gab es in früheren Zeiten sporadische oder regelmäßige Kontrollen der Taschen, so gibt es heute viele andere Möglichkeiten der diskreten Kontrolle. Die Mitarbeiter Kontrolle durch RFID ist eine dieser Optionen. Der Arbeitgeber kann den Mitarbeitern einen winzigen Chip unter die Haut „schießen“ lassen, um sie zu kontrollieren, möglich sind auch Ausweise mit einem RFID-Chip.

Wie in einem Science-Fiction-Film

Die amerikanische Firma „Three Square Market“ zeigt eindrucksvoll, wie die Mitarbeiter Kontrolle durch RFID aussehen kann. Die Firma hat ihren Mitarbeitern angeboten, sich einen RFID-Chip unter die Haut pflanzen zu lassen. Mit diesem Chip können die Mitarbeiter eine Tür öffnen, ohne sie anzufassen, sie können Snacks ohne Bargeld oder Kreditkarte einkaufen und sich in einen Computer einloggen, ohne ein Passwort einzugeben. Das klingt so verlockend, dass 50 Mitarbeiter diesen Chip heute zwischen Daumen und Zeigefinger tragen. 300,- Dollar pro Mitarbeiter kostet dieses Experiment, die Firma zahlt, denn sie verspricht sich von dieser neuen Technik sehr viel. Das, was für das Unternehmen ein Test für die Zukunft ist, ist nichts anderes als eine Mitarbeiter Kontrolle durch RFID. „Three Square Market“ ist in der Lage, von jedem Mitarbeiter, der einen Chip trägt, einen exakten Bewegungsverlauf protokollieren und stets sagen, wer sich wo gerade aufhält.

Nicht die erste Firma


„Three Square Market“ ist nicht das einzige Unternehmen, was eine Mitarbeiter Kontrolle durch RFID durchführt. Auch in Schweden gab es bereits 2015 Firmen, die mit dem Chip arbeiten. Das schwedische Start-up-Unternehmen „Epicenter“ hat seinen Mitarbeitern auf freiwilliger Basis einen Chip implantiert, der die Größe eines Reiskorns hat. Der Chip soll als Ersatz für einen Schlüssel dienen und kontaktlos jede Tür im Unternehmen öffnen. Als Mitarbeiter Kontrolle durch RFID sehen die Gründer von „Epicenter“ das jedoch nicht, nach eigenen Angaben haben sie vielmehr aus Bequemlichkeit gehandelt. Wenn die Mitarbeiter einen Satz Schlüssel verlieren, kostet das viel Geld, so „Epicenter“. Mit dem Chip unter der Haut hat sich dieses Problem erledigt. Natürlich ist es auch hier verlockend, die Mitarbeiter zu kontrollieren, was das junge Unternehmen aus Schweden allerdings verneint.

Der Körper als Computer

Den Körper als eine Art Quellcode zu betrachten, ist keine neue Idee. Der Vorreiter für diese Entwicklung ist die „Biohacking-Community“. Sie will mit der Hilfe des RFID-Chips die Menschheit auf eine neue Evolutionsstufe heben. Das ist nichts anderes als die Idee, einen Maschinenmenschen zu gestalten. Die Ansätze für diese Maschinenmenschen liegen im Transhumanismus und in der Kybernetik. Schon der Psychologieprofessor Timothy Leary sah im Menschen einen Biocomputer, der sich mit der Hilfe von LSD nach Belieben programmieren lässt. Leary hatte die Vorstellung, dass der Körper eines Menschen nach Belieben trainiert, modelliert und optimiert werden kann. Eventuelle Defizite oder Verschleißteile lassen sich ohne Problem implantieren und mit entsprechenden Prothesen korrigieren. Inwiefern die Vorliebe des Professors für LSD bei diesen Vorstellungen eine Rolle gespielt hat, ist nicht bekannt.

Das denkt Google

Mitarbeiter Kontrolle durch RFID ist auch in Silicon Valley präsent. Die Futuristen bei Google sagen voraus, dass spätestens 2030 die Mitarbeiter Kontrolle durch RFID eine neue Dimension einnehmen wird. Dann lassen sich sogenannte Nanoroboter ins Gehirn einsetzen, die den Neocortex mit einer Cloud verbinden. Auch der Tesla-Gründer Elon Musk sieht den Menschen der Zukunft als Cyborg, der mit der künstlichen Intelligenz Schritt halten muss. Musk ist sogar schon einen Schritt weiter. Er hat ein Start-up gegründet, das zum Thema Hirntransplantationen forscht. Die Mitarbeiter Kontrolle durch RFID ist dabei nur ein kleiner Schritt, Musk denkt vielmehr daran, Menschen mit Computern zu vernetzen. Mikrochips und Datenbrillen sind schon jetzt auf dem Weg in die Zukunft.

Der Traum der Kapitalisten

Mitarbeiter Kontrollen durch RFID, Angestellte, die auf Knopfdruck funktionieren und bei kleinstem Lohn für die bestmögliche Rendite sorgen – das ist ein kapitalistischer Traum. Ist die Mitarbeiter Kontrolle durch RFID der Teil, der den Unternehmen bei der Digitalisierung endlich das richtige Werkzeug in die Hand gibt? Was passiert bei der Mitarbeiter Kontrolle durch RFID, wenn der eingepflanzte Chip keine Seltenheit mehr ist? Für die Arbeiterbewegung ersetzt der Chip die früheren Aufseher in den Fabrikhallen, die die Belegschaft überwacht haben. Die Mitarbeiter Kontrolle durch RFID spart den Aufseher und der Arbeitgeber verliert seine Angestellten trotzdem nicht aus den Augen. Das Ganze hat etwas von „1984“ von George Orwell und die Zukunft könnte tatsächlich so aussehen. Ob es allerdings so weit kommt, ist fraglich.

Was sagt der Datenschutz?

Die Mitarbeiter Kontrolle durch RFID ist auch ein Fall für den Datenschutz. Dürfen Unternehmen überhaupt eine Mitarbeiter Kontrolle durch RFID machen? Ja, aber nur auf freiwilliger Basis. Das heißt, die Mitarbeiter müssen zustimmen, dass der Arbeitgeber ihre Bewegungsabläufe kontrolliert und dokumentiert. Für Datenschützer ist die Mitarbeiter Kontrolle durch RFID ein echter Albtraum. Sie fürchten, dass diese Kontrolle irgendwann einmal aus dem Ruder läuft und es bei der Datenerfassung keine Grenzen mehr gibt. Dem Arbeitgeber stehen dann alle Möglichkeiten offen, selbst wenn sich die Überwachung nur auf den Chip im Mitarbeiterausweis beschränkt. Diese Ausweise sind in vielen Unternehmen schon etwas ganz Normales. Die Mitarbeiter öffnen mit dem Ausweis Türen, sie fahren damit im Fahrstuhl und essen in der Kantine. Statt zu bezahlen, wird der Ausweis eingescannt und am Monatsende gibt es dann eine Rechnung. Diese Art und Weise mit dem RFID-Chip im Berufsleben umzugehen, hat nichts mit Cyborg zu tun, sie erleichtert vielmehr den beruflichen Alltag.

Fazit

Die RFID-Technologie macht in vielen Bereichen das Leben auch im Beruf leichter. Dass mit dieser Technik geforscht wird, ist nur verständlich, denn RFID bietet eine Vielzahl von unterschiedlichen Einsatzmöglichkeiten. Eine engmaschige Kontrolle, wie sie heute durch RFID möglich ist, macht vielen Menschen Angst. Ganz unbegründet ist diese Angst nicht, denn wer möchte mit der Gewissheit leben, dass der Arbeitgeber jeden Schritt beobachtet? So weit ist es heute noch nicht, denn noch ist die lückenlose Überwachung mittels Chip freiwillig. Dass RFID aber das berufliche Leben der Zukunft auf vielen Ebenen beeinflussen wird, steht heute bereits fest. Wem die neue Technik nicht geheuer ist, der sollte über die vielen Vorteile der Technologie nachdenken. RFID macht vieles leichter und richtig eingesetzt, ist es die Technik, welche die Zukunft in weiten Teilen dominieren wird.

Beitragsbild: depositphotos.com / 73057919@beachboyx10

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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