RFID im Auge

Willkommen in der Welt von Morgen: Türen ohne Klinken öffnen sich wie von Geisterhand, ein Barcode ersetzt den Schlüssel und bezahlt wird kontaktlos mit der Kreditkarte. Skifahrer, die von einer Lawine verschüttet sind, lassen sich dank der modernen Technik schneller finden und diese Technik kann noch mehr. Sie ist heute kleiner, aber effektiver denn je und sie dient unter anderem auch der Überwachung. Der RFID-Chip im Auge ist ein Beispiel, wie die Welt von Morgen aussehen kann. Dieser RFID-Chip im Auge ist bereits Realität für die großen Unternehmen wie Samsung oder Apple, die diese Technik vorantreiben.

Die elektronische Identität

Implantate, die Menschen überwachen, sind keine Zukunftsmusik, sie sind bereits Wirklichkeit. Bereits seit 2001 vertreibt eine Firma aus den USA die winzigen RFID-Chips, die in einer Kapsel aus Glas stecken. Sie sind nicht größer als ein Körnchen Reis und lassen sich einfach in den Oberarm ebenso wie zwischen Daumen und Zeigefinger injizieren. Tausende dieser Implantate sind bereits im Einsatz und Millionen sollen noch folgen. Auf den ersten Blick ist die elektronische Identität nichts weiter als eine Zahlenreihe mit 16 Ziffern. Sie wird immer nur ein einziges Mal vergeben und ermöglicht den Zugang zu einem Bereich zu bekommen, der mit einem Passwort geschützt ist. Kontodaten einsehen ist mit dem Funkchip möglich, auch die komplette Patientenakte passt auf diesen Chip. Wer welche Medikamente einnimmt und wer welche Krankheiten hatte, kann der Arzt schnell und einfach mit dem passenden Lesegerät erfahren. Es geht jedoch noch kleiner und moderner: mit dem RFID-Chip im Auge.

Ein Chip und viele Möglichkeiten


Der RFID-Chip im Auge ist in erster Linie für medizinische Anwendungen gedacht. So soll beispielsweise der Notarzt sofort in der Lage sein, alle wichtigen Fakten über den Patienten zu erfahren, selbst wenn der Patient nicht bei Bewusstsein ist. Das ist die praktische Seite, wenn es um den RFID-Chip im Auge geht, es gibt aber noch andere Aspekte. In einem Club im spanischen Barcelona und auch in einer Bar im schottischen Glasgow können die Gäste nur den VIP-Bereich betreten, wenn sie einen RFID-Chip im Auge haben, mit dem sie sich identifizieren können. Sobald ein Gast mit einem RFID-Chip im Auge an einem Lesegerät am Eingang vorbeigeht, wissen die Betreiber des jeweiligen Clubs, wie es um den Kontostand des Gastes bestellt ist. Gäste, die diesen RFID-Chip im Auge tragen, fühlen sich nach eigenen Angaben aber nicht überwacht, sie sind sogar begeistert, dass es diese Möglichkeit gibt. Sie betrachten den RFID-Chip im Auge als eine Art Statussymbol, außerdem gilt es als besonders cool.

Das Geschäft mit der Angst

Der RFID-Chip im Auge ist auch ein Geschäft mit der Angst. So lassen reiche Eltern in Mexiko ihre Kinder mit einem solchen Chip ausstatten, da sie Angst vor Entführungen haben. Auch der mexikanische Generalstaatsanwalt und viele seiner Mitarbeiter sind gechipt, um sie nach einem Attentat einfacher identifizieren zu können. Angeblich tragen auch die Mitglieder des englischen Königshauses einen RFID-Chip, damit man sie im Falle einer Entführung orten kann. Soziologen sind über diese Entwicklung nicht besonders glücklich. Sie sehen den immer weiter wachsenden Wunsch nach Kontrolle und Überwachung. Auch das stetig steigende Misstrauen zwischen den Menschen führt letztendlich dazu, dass selbst feste soziale Bindungen kaputtgehen. Dabei spielt jedoch immer eine wichtige Rolle, ob ein Implantat freiwillig getragen wird. Es ist eine Frage der Machtrelation, so ist ein RFID-Chip am Arbeitsplatz selten etwas, was mit Freiwilligkeit zu tun hat. Viele Arbeitnehmer akzeptieren den Chip auch nur, weil sie Angst um ihren Arbeitsplatz haben. Nach der Ansicht von Experten gibt es ohnehin nur zwei Bereiche, in denen ein RFID-Chip im Auge wirklich einen Sinn ergibt: in der Medizin und bei Straftätern.

Wie sieht die Zukunft aus?

Bei Erkrankungen wie Demenz kann ein implantierter RFID-Chip sogar Leben retten. Über den Chip erfährt der Arzt auf einen Blick alles, was er über den Patienten wissen muss. Mit dem Lesegerät sieht der Arzt, welche Blutgruppe der Patient hat und ob es vielleicht Unverträglichen bei bestimmten Medikamenten gibt. Der Patient selbst kann dem Arzt aufgrund seiner Demenz keine Auskunft mehr geben. Der Wohnort lässt sich mit der Hilfe des winzigen Chips schnell herausfinden und die Krankenkassenkarte als Implantat kann nicht mehr verloren gehen. Kritiker hingegen sehen das etwas anders. Sie sind der Meinung, dass es vollkommen ausreicht, wenn der RFID-Chip in die Kleidung eingenäht wird. Was in früheren Zeiten die eingenähten, mit dem Namen bedruckten Schilder waren, sind heute die Chips in der Kleidung. Bei der anderen Gruppe, für der Chip auf Dauer infrage kommt, handelt es sich um Straftäter. Hier könnte der Chip die Aufgabe einer elektronischen Fußfessel übernehmen, allerdings effektiver und vor allem nicht mehr stigmatisierend.

Unsichtbar für andere

Menschenrechtsorganisationen kritisieren immer wieder die Handhabung der elektronischen Fußfessel bei Straftätern. Diese Maßnahme, um den Aufenthaltsort jeder Zeit lokalisieren zu können, kann ein Stigma bedeuten. Anders sieht es aus, wenn die Strafgefangenen ein RFID-Implantat tragen, was für andere Menschen unsichtbar ist. Sie müssen diese Form der Überwachung nicht mehr unter der Kleidung verstecken und sind trotzdem durch den RFID-Chip mit einem Peilsender verbunden. Diese Form der dauerhaften Überwachung war lange Zeit nicht möglich, es gab lediglich die elektronische Fußfessel. Wie sinnvoll die Chips als Implantate sind, steht allerdings noch nicht fest. In den USA, wo es bereits Versuche mit einem implantierten Überwachungschip gab, zeigten sich sehr schnell auch die Schwachstellen. Teilweise waren die Implantate so schnell entfernt, dass die Behörden es gar nicht mitbekommen haben. Während die Straftäter schon drei Bundesstaaten durchquert hatten, begann die Polizei erst mit der Arbeit.

Fazit

Die Welt der RFID-Chips eröffnet immer wieder neue und faszinierende Möglichkeiten. Diese Technologie kann im täglichen Leben eine große Hilfe sein, aber sie bietet ebenso Möglichkeiten für Missbrauch. In der nahen Zukunft sind die Menschen miteinander vernetzt und ständig mit dem Internet verbunden. Das ist auch den Technologien zu verdanken, die intuitiv bedienbar, intelligent und unbemerkt im Hintergrund agieren. Ob das dann eine „schöne neue Welt“ ist, ist mehr als fraglich. Schon heute können sich nicht alle Menschen vorstellen, das Ziel einer permanenten Überwachung zu sein. Ob sie aber damit leben müssen, wird sich in der Zukunft zeigen.

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Beitragsbild: depositphotos.com / 9468984 @ arcoss

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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