RFID-Chips

Geht es nach der Wissenschaft, dann ist die Zukunft des Menschen in allen Lebenslagen digital. Schon heute wird damit Geld verdient, RFID-Chips unter der Haut zu platzieren. Dieser Chip soll das Leben einfacher machen, beispielsweise beim Bezahlen oder beim Öffnen einer Tür. Wird es in der nahen Zukunft weder Schlüssel noch Bargeld, sondern nur noch implantierte Chips geben? Die Technologie rund um den RFID-Chip bietet vielen Chancen, aber ebenso viele Bedenken. Ist das wirklich fortschrittlich, sich durch einen Chip unter der Haut abhängig zu machen?

Die bunte Welt der RFID-Chips

Einfach mit einer entsprechenden Handbewegung an der Kasse im Supermarkt bezahlen, die Türen zu Hause, im Büro und die Autotür ebenfalls mit nur einer Bewegung der Hand öffnen – das, was wie Science-Fiction klingt, ist heute schon Realität. In Schweden sind die Bürger offensichtlich aufgeschlossener als im Rest von Europa. Immer mehr Schweden lassen sich einen RFID-Chip in die Hand einsetzen und öffnen damit ihre Haustür. RFID-Chips können aber noch mehr, wer das entsprechende Implantat unter der Haut trägt, kann darauf seine sogenannten ICE-Daten speichern. ICE ist die Abkürzung für „In Case of Emergency“, was frei übersetzt so viel wie die „Akte für den Notfall“ bedeutet. Auf diesem RFID-Chip sind alle wichtigen medizinischen Daten gespeichert und im Notfall muss der Arzt in der Notaufnahme diese Daten nur auslesen und weiß alles über seinen Patienten.

Das Reiskorn unter der Haut


Ein RFID-Chip ist nicht größer als ein Reiskorn und wird mittels einer Spritze unter die Haut gebracht. In der Regel ist der Platz für den Chip zwischen Daumen und Zeigefinger. Die RFID-Chips sollen den Alltag einfacher machen, aber sie rufen auch immer wieder Verschwörungstheoretiker auf den Plan. Vor allem auf dem Höhepunkt der Corona-Krise kochten die Verschwörungstheorien erneut hoch. Es hieß, alle sollten zwangsweise einen solchen Chip bekommen und Babys würden bereits kurz nach der Geburt gechipt. Immer wieder stand und steht der Microsoft-Gründer Bill Gates im Zentrum dieser wilden Geschichten. Gates will angeblich die Welt mithilfe der kleinen Chips unterjochen und die Menschen damit gefügig machen. Dies ist natürlich barer Unsinn, trotzdem ist der reiskorngroße Chip während der Pandemie in anderen Zusammenhängen ebenfalls im Gespräch.

Sicher bezahlen

Kontaktlos zahlen ist nicht erst während der Pandemie ein Thema. Da der Chip unter der Haut diese Form des Bezahlens einfach möglich macht, denken viele darüber nach, sich einen solchen Chip implantieren zu lassen. Der Chip macht nicht nur Bargeld, sondern auch Bank- und Kreditkarten überflüssig. Nie wieder eine schwere Geldbörse tragen müssen, gezahlt wird mit einer Handbewegung. Für die Mitarbeiter des Reiseveranstalters „TUI“ hat die Zukunft schon begonnen, sie zahlen in der Kantine mit dem Chip unter der Haut.

Fazit

Nicht nur „TUI“, auch andere Unternehmen setzen auf den Chip und damit auf die Zukunft. So wirbt beispielsweise die Sparda-Bank in Berlin seit September 2019 mit einem Implantat für Kunden, die sich für die Finanzierung ihres Eigenheims entscheiden. Wer bei der Sparda-Bank einen Immobilienkredit von mindestens 50.000 Euro aufnimmt, bekommt, wenn er es denn möchte, den Chip kostenlos unter die Haut gepflanzt. Geschätzt tragen heute zwischen 2000 und 3500 Deutsche einen solchen Chip, Tendenz steigend.

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Beitragsbild: depositphotos.com / 376822920 @ Muqamba

Ulrike Dietz

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