Der digitale Ausweis
Seit gut zehn Jahren gibt bereits es den elektronischen Personalausweis mit einer sogenannten eID-Funktion. Benutzt wird der digitale Teil des Ausweises aber eher selten und nur wenigen Menschen ist bekannt, was der digitale Ausweis so alles kann. Jeder deutsche Staatsbürger müsste, zumindest rein rechnerisch, einen elektronischen Personalausweis besitzen, ins Leben gerufen wurde er nämlich schon am 1. November 2010. Die Laufzeit der alten Ausweise aus Papier betrug damals zehn Jahre, mit dem neuen Ausweis hat sich aber so einiges geändert.
Nur wenige Informationen
Jeder, der einen neuen Ausweis beim Einwohnermeldeamt beantragt, bekommt mit dem neuen Ausweis zugleich einen Flyer mit Informationen ausgehändigt. Dieser Flyer ist allerdings sehr allgemein gehalten und beschreibt nur einige wenige Anwendungsmöglichkeiten. Über die Dinge, die für den Bürger wichtig sind, schweigt sich der Flyer aber aus. So heißt es zum Thema Daten lediglich, dass die Übertragung sicher ist, es wird weder darauf eingegangen, welche der auf dem Ausweis gespeicherten Daten wann übertragen werden, noch welche Daten der digitale Ausweis überhaupt enthält.
Der digitale Ausweis – welche Daten sind gespeichert?
Jeder digitale Ausweis enthält zunächst einmal die wichtigsten Daten über den Besitzer des Ausweises. Gespeichert sind der Vorname und der Familienname, eventuell ein Doktortitel, ein Künstler- oder ein Ordensname, dazu noch der Geburtsort, das Geburtsdatum sowie die aktuelle Adresse mit der Postleitzahl. Im Speicher auf dem Ausweis ist einerseits das biometrische Foto zu finden und es ist auch noch Platz für zwei Fingerabdrücke. Diese Plätze im Datenspeicher sind bislang aber meistens leer geblieben, denn erst ab August 2021 ist es eine Verpflichtung, die Fingerabdrücke abspeichern zu lassen.
Ein etwas kompliziertes Verfahren
Bereits seit dem 31. Juli 2013 gibt es auf dem digitalen Personalausweis ein zusätzliches Feld für den Geburtsnamen und seit 2017 noch ein Feld, in dem der letzte Tag der Gültigkeit des Ausweises zu finden ist. Da die Daten auf den älteren Ausweisen fehlen, hat das Ganze unter Umständen Konsequenzen. Bei einigen Ämtern in Deutschland geht daher nichts mehr elektronisch, es muss zusätzlich noch etwas in Schriftform abgegeben werden. Fehlt beispielsweise auf dem Ausweis der Geburtsname, muss bei dem Versuch, ein Führungszeugnis auf digitalem Weg zu bekommen, auf dem klassischen Weg noch eine Geburtsurkunde eingereicht werden.
Welche Funktionen hat der neue Ausweis?
Den Ämtern dienen die Funktionen der neuen Ausweise dazu, anhand der gespeicherten Daten schnell eine Bestätigung über das Alter und den Wohnsitz zu bekommen. Der Ausweis in Kartenform kann zudem für die Identifikation auch ohne personenbezogene Daten, beispielsweise für einen Log-in im Internet genutzt werden. Innerhalb der EU ist der Personalausweis ein Ersatz für den Pass, und bei Bedarf können der Zoll, die Polizei, die Meldebehörden sowie die Steuerfahndung die gespeicherten Daten auslesen.
Fazit zu der digitale Ausweis
Für die kontaktlose Kommunikation kommt in den Ausweiskarten die RFID-Technik nach ISO/IEC 14443 zum Einsatz, wie sie in Kredit- und Bankkarten zu finden sind. Dies macht die Ausweiskarten ebenso anfällig wie die Bankkarten, denn mit dem richtigen Equipment können sie ohne großen Aufwand ausgelesen werden. Vor allemin Bezug auf Identitätsdiebstahl ist das Ganze von Bedeutung, denn die Cyberkriminellen von heute rüsten auf und das Auslesen der neuen Personalausweise stellt für sie kein Problem dar.
Beitragsbild: depositphotos.com / 314021672 @ apid
Häufige Fragen
Was ist der digitale Ausweis?
Der digitale Ausweis ist der elektronische Personalausweis mit einer eID-Funktion, der seit dem 1. November 2010 in Deutschland erhältlich ist.
Welche Daten sind im digitalen Ausweis gespeichert?
Im digitalen Ausweis sind der Vorname, Familienname, Geburtsort, Geburtsdatum, Adresse, biometrisches Foto und optional Fingerabdrücke gespeichert.
Wie lange ist der digitale Ausweis gültig?
Die Gültigkeit des digitalen Ausweises beträgt in der Regel zehn Jahre, abhängig vom Ausstellungsdatum.
Welche Funktionen bietet der digitale Ausweis?
Er ermöglicht die Identifikation im Internet, die Bestätigung von Alter und Wohnsitz sowie die Nutzung als Pass innerhalb der EU.
Sind Fingerabdrücke im digitalen Ausweis verpflichtend?
Ja, seit August 2021 müssen Fingerabdrücke im digitalen Ausweis gespeichert werden.
Wie sicher ist der digitale Ausweis?
Die Datenübertragung erfolgt sicher, jedoch besteht ein Risiko des Auslesens durch Dritte mittels RFID-Technologie.
Was passiert, wenn Daten auf dem Ausweis fehlen?
Fehlende Daten, wie der Geburtsname, können dazu führen, dass zusätzliche Dokumente in Papierform eingereicht werden müssen.
Wie wird der digitale Ausweis beantragt?
Der digitale Ausweis kann beim Einwohnermeldeamt beantragt werden, wo auch ein Informationsflyer ausgehändigt wird.
Kann der digitale Ausweis für Online-Transaktionen verwendet werden?
Ja, der digitale Ausweis kann zur Identifikation bei Online-Transaktionen genutzt werden.
Was sind die Risiken des digitalen Ausweises?
Die Hauptgefahr besteht im Identitätsdiebstahl, da die RFID-Technologie anfällig für unbefugtes Auslesen ist.
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