Parkhäuser der Zukunft

Viele kennen das: Nach einem stressigen Weihnachtseinkauf in der Innenstadt heißt es Kleingeld suchen, um die Gebühr im Parkhaus zu zahlen. Das geht deutlich komfortabler, denkt zumindest Volkswagen und macht sich Gedanken über das Parkhaus von morgen. Zusammen mit APCOA, dem größten Parkhausbetreiber in Europa, plant VW die Digitalisierung der Parkhäuser bis zum Jahr 2020. Aber wie kann ein solches Parkhaus aussehen und was macht es so viel bequemer?

Alles per Smartphone

In zwei Jahren sollen 200 der insgesamt 300 Parkhäuser von APCOA umgerüstet sein. Die Suche nach einem Parkplatz und die Bezahlung funktionieren in Zukunft über das Smartphone. Damit dies alles nach Wunsch klappt, braucht es jedoch einen RFID-Chip und den liefert VW. Dieser Chip gehört bei Neuwagen längst zur Ausstattung, dennoch ist VW nicht der einzige Autobauer, der in dieses boomende Geschäft einsteigt. Die Digitalisierung der Parkhäuser ist ein außerordentlich lukratives Geschäft, in das bereits die Konkurrenz von BMW investiert. Mit „Park Now“ haben die Autobauer aus Bayern einen Vermittlungsdienst für Parkplätze, der bereits heute der Größte weltweit ist. Diese Entwicklung ist für APCOA mit seinen klassischen Parkhäusern eine große Gefahr, es muss also etwas passieren.

Die Konkurrenz schläft nicht

Die Strategie der Digitalisierung hat APCOA sehr bewusst gewählt. Noch hat das Unternehmen einen verhältnismäßig guten Stand, denn 230.000 Parkplätze alleine in Deutschland gehören zu APCOA. Trotzdem ist spürbar, dass die Konkurrenz nicht schläft, zumal die Entwicklung außer in Deutschland, noch in elf anderen Ländern vorangeht. Es gilt, unter anderem die Frauen für sich zu gewinnen, da viele Frauen bekanntermaßen ungern in ein Parkhaus fahren. Selbst seit es in vielen Parkhäusern Videoüberwachung gibt, haben Frauen Hemmungen oder sogar Angst, in einem Parkhaus zu parken. Die Möglichkeit, die Rechnung bequem per Smartphone zu begleichen, kann hier hilfreich sein.

Das Vorbild Skandinavien

Auch wenn der RFID-Chip und das Bezahlen im Parkhaus mit dem Smartphone in Deutschland noch die Zukunft sind, in Skandinavien ist man schon weiter. Bei jedem, der in ein Parkhaus fährt, fotografiert eine Kamera das Kennzeichen, und der Autofahrer bezahlt die Gebühren einfach per Rechnung. In Deutschland ist es allerdings unwahrscheinlich, dass sich dieses System durchsetzt, denn das ruft sofort die Datenschützer auf den Plan. In Deutschland könnten sich die Autofahrer sehr gut vorstellen, mit dem Smartphone einen Parkplatz zu suchen und ihn auch so zu bezahlen. Sie möchten aber, dass ihre Daten dabei stets sicher sind. Dieses Sicherheitsbedürfnis steht der Zukunft der Parkhäuser damit im Weg.

Nicht alle Parkhäuser sind hell, modern und damit auch vertrauenerweckend. Vor allem in den Abendstunden kostet es nicht selten Überwindung, in ein Parkhaus zu fahren. Wer hingegen mittels eines RFID-Chips und seines Smartphones ganz konkret nach einem Parkplatz suchen kann, der fährt wahrscheinlich mit einem besseren Gefühl ins Parkhaus. Wenn anschließend noch das nervige Zahlen am Kassenautomaten wegfällt, dann ist es noch einfacher, sich mit der Fahrt in ein Parkhaus anzufreunden. VW und APCOA schauen gemeinsam in die Zukunft und sie machen es vielleicht bald auch in Deutschland möglich, ohne ein schlechtes Gefühl in ein Parkhaus zu fahren.

Beitragsbild: depositphotos.com / 40583799@ginasanders

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Autor(in) Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.

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