Mit RFID-Chip zum Festival

Mit der wärmeren Jahreszeit beginnt auch wieder die Festivalsaison. Auf der Loreley, am Nürburgring, im Harz oder in Wacken – Tausende von Musikfans treffen sich auf den Festivals, um zu feiern, zu tanzen und Geld auszugeben. Vor allem Geld ausgeben soll auch in dieser Saison für die Besucher der Festivals einfach sein. Bargeldlos zum Festival heißt die Devise, denn es gibt den RFID-Chip, der alles regelt. Weniger Wartezeit bedeutet Bargeldlos zum Festival, auch kürzere Schlangen und noch mehr Sicherheit. Jedoch bedeutet Bargeldlos zum Festival auch jede Menge Daten, die der Veranstalter sammeln kann.

Mehrere Versuche

Den Trend bargeldlos zum Festival gibt es schon seit einigen Jahren. Der erste Versuch wurde 2012 beim „Hurricane Festival“ gestartet, er ging jedoch gründlich daneben. Drei Jahre später starteten die Veranstalter einen zweiten Versuch bargeldlos zum Festival, aber aufgrund technischer Probleme mit dem RFID-System funktionierte es wieder nicht. Im darauf folgenden Jahr wieder eine Pleite auf ganzer Linie und schließlich die Erkenntnis, das Ganze einfach zu lassen. Bei anderen Festivals wurde Zahlen ohne Bargeld jedoch ein voller Erfolg. Sowohl beim „Splash“ Festival als auch beim „Helene Beach Festival“ wurden Eintrittsbändchen mit eingebauten RFID-Chip an die Besucher verteilt. Für die Zeit des Festivals diente das als Geldersatz. Bargeldlos zum Festival bedeutet für die Besucher, sie können schnell und bequem zahlen, sie schleppen weder Geldbörse noch Tasche mit sich herum und selbst eine Hosentasche ist nicht mehr notwendig.

Alles automatisch


Am Beispiel des „Helene Beach Festivals“ in Frankfurt an der Oder lässt sich einfach demonstrieren, wie bargeldlos zum Festival funktioniert. Das Festival findet am Helenensee statt und alle, die Pop, Rock, Hip-Hop und Electronic mögen, kommen bei diesem Festival auf ihre Kosten. Rund 25.000 Besucher sind bei diesem Festival jedes Jahr dabei, bei dem bekannte Musiker wie Paul Kalkbrenner, Cro, Sido, Max Herre, die Guano Apes oder die Sportfreunde Stiller auftreten. Die Besucher kaufen ein Ticket für das Festival und jeder erstellt seinen eigenen Festival Account. Das Eintrittsbändchen kann jeder im Vorfeld auf dem Onlineweg mit Geld aufladen. Wenn das Festival läuft, lassen sich mit EC-Karte oder Bargeld weitere Summen auf den RFID-Chip transferieren. Der Veranstalter erhält damit die persönlichen Daten der Festivalbesucher.

Einfach nur feiern

Wenn das Festival beginnt, müssen sich die Besucher keine Gedanken mehr ums Bargeld machen. Alles, was sie essen oder trinken, bezahlen sie mit dem RFID-Chip in dem bunten Eintrittsbändchen. Jede Aktivität wird auf dem Chip gespeichert und lässt sich im Detail nachvollziehen. Wenn am Ende des Festivals noch ein Guthaben auf dem Bändchen sein sollte, haben die Besucher die Möglichkeit, sich das Guthaben auszahlen zu lassen. Die Voraussetzung für diese Auszahlung ist jedoch, dass der Besucher seine Kontodaten in ein Onlineformular einträgt und diese damit an unbekannte Dritte weitergibt. Diese Daten bleiben beim Veranstalter zurück, selbst wenn das Festival zu Ende ist. Viele fragen sich jetzt vielleicht: Was passiert eigentlich mit den ganzen gesammelten Daten?

Die gesammelten Daten

Die Besucher des Festivals schließen einen Vertrag ab, und zwar entweder mit dem Veranstalter des Festivals oder mit dem Unternehmen, das für das bargeldlose Bezahlen und den RFID-Chip im Bändchen zuständig ist. Meist besteht ein Vertrag zwischen Besuchern und Festivalveranstalter, sobald das Bändchen aufgeladen ist. Gleichzeitig gelten aber auch die Datenschutzbestimmungen des Unternehmens, welches die RFID-Chips zur Verfügung stellt. In der Regel steht in den Bestimmungen, dass sich das Unternehmen vorbehält, alle personenbezogenen Daten weiterzugeben. Da die meisten dieser Unternehmen ihren Sitz im Ausland haben, ist es für den Festivalbesucher aus Deutschland schwer, gerichtlich dagegen vorzugehen. Der größte Teil der Daten, die der Chip bei einem solchen Festival sammelt, sind für den Zahlungsverkehr nicht notwendig. Der Zweck und auch der Sinn dieser Datenerhebung und der Verarbeitung ist also völlig unklar.

Wie sicher ist die moderne Technik?

Bargeldlos zum Festival – das klingt zunächst einmal praktisch und unkompliziert. Leider ist es das aber nicht, denn die moderne RFID-Technik lässt viel Spielraum. Handelt es sich bei bargeldlos zum Festival um eine einfache Variante, dann speichert der Veranstalter die Daten nur einmal und sie verbleiben auf dem Chip. Der Festivalbesucher kann selbst nach dem Ende des Festivals dafür sorgen, dass seine Daten zerstört werden. Eine andere Option bargeldlos zum Festival sind RFID-Chips, die sich programmieren lassen. Sie speichern die Daten nur für einen bestimmten Zeitraum und überschreiben sie dann selbstständig wieder. Eine sichere Alternative für das Modell bargeldlos zum Festival ist der verschlüsselte RFID-Chip. Um diesen Chip auszulesen, braucht es eine Autorisierung und das macht das Ganze so sicher. Eine weitere Alternative sind anonyme Bezahlkarten, die jedoch nur wenige Festivalveranstalter anbieten.

Die ersten Bedenken

Einige Festivals möchten gerne das bargeldlose Bezahlen einführen, haben aber Bedenken, ob es die Besucher auch vorbehaltlos annehmen. Schon 2015 hatte die Landesdatenschutzbehörde in Berlin schwere Bedenken gegen die Idee bargeldlos zum Festival. Bemängelt wurde unter anderem die fehlende Sicherheit der RFID-Chips, die zum Einsatz kommen sollten. Die Technik ist nach Ansicht der Behörde einfach noch nicht ausgereift und bei einigen kleinen Festivals waren die Schlangen daher nicht kürzer, sondern länger. Großen Ärger gab es 2015 im englischen Leicestershire. Ohne das Wissen der Festivalbesucher nutzte die Polizei ein Festival für die Massenüberwachung und erfasste alle Besucher mit einer Gesichtserkennungstechnologie. Die Daten, die die Polizei dabei ermittelte, wurden mit einer Datenbank für europäische Straftäter verglichen. Vor diesem Vorgehen warnen die Datenschützer immer wieder auch diejenigen, die bargeldlos zum Festival eher begrüßen, als ablehnen.

Fazit

Bargeldlos zum Festival kann auch ganz anderen Zwecken dienen. So haben die Veranstalter des Fusions Festivals mit dem bargeldlosen Bezahlen versucht, den illegalen Handel mit Eintrittskarten zu stoppen. Stattdessen verlosten die Veranstalter die Tickets in einer Art Lotterie und die Bewerber konnten sich namentlich registrieren lassen. Das allerdings brachte dem Veranstalter einen Tadel bei den „Big Brother Awards“ ein. Alle, die die vollständige Kontrolle über ihre persönlichen Daten behalten möchten, sollten sich im Vorfeld über das Festival informieren. Wer einmal den Nutzungsbedingungen zugestimmt hat, kann nichts mehr tun, um seine sensiblen Daten vor den Augen Dritter zu schützen. Zum musikalischen Hochgenuss gesellt sich in diesem Fall ein schlechtes Gewissen, dass die Daten in falsche Hände geraten können.

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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