RFID Wahrheiten

Wie bei allen Dingen, die neu auf den Markt kommen und die nicht jeder auf Anhieb versteht, ranken sich darum schnell viele Mythen. Handelt es sich um etwas, was Einfluss auf das tägliche Leben nehmen kann, sind es bald keine Mythen mehr, sondern Verschwörungstheorien. Als die RFID-Technologie in immer mehr Bereichen des täglichen Lebens zum Einsatz kam, wurden auch die Stimmen immer lauter, die behaupten, dass RFID ein Werk des Teufels ist. Die Mächtigen dieser Welt nutzen RFID, um die Menschen zu kontrollieren und zu überwachen. So lautet eine der Verschwörungstheorien, aber was ist Wahrheit und was ist Lüge?

Orwell lässt grüßen

Als George Orwell seinen Roman „1984“ veröffentlichte, sorgte er für großes Aufsehen, denn keiner konnte sich eine Zukunft vorstellen, wie Orwell sie beschrieben hat. Die totale Überwachung der Bürger schien undenkbar, heute sieht es hingegen so aus, als würde die Vision von Orwell Wirklichkeit. Viele, die RFID ablehnen, verweisen gerne auf „1984“ und sehen Parallelen zur heutigen Zeit. Die größten RFID Kritiker sind jedoch der Meinung, dass „1984“ nichts ist im Vergleich zu dem, was RFID alles ermöglicht:

  • Mit RFID ist es denkbar, jeden Menschen zu jeder Zeit und an jedem Ort der Welt zu orten.
  • Politisch unliebsame Personen sind ohne großen Aufwand identifizierbar.
  • Der RFID-Chip kann die Fruchtbarkeit einschränken und für Fehlgeburten sorgen.
  • Der Chips nimmt Einfluss auf die Gesundheit, ähnlich wie ein Smartphone, das ständig strahlt.
  • RFID verändert auf Dauer das Verhalten der Menschen.
  • Alle Geldtransfers sind lückenlos nachvollziehbar.
  • Der Mensch wird zu einem gläsernen Kunden.

Das sind nur die harmlosen Fähigkeiten, die Kritiker der RFID-Technologie zuschreiben. Es gibt jedoch noch weitaus schlimmere Verschwörungstheorien, die mit RFID in Zusammenhang gebracht werden.

Kann der RFID-Chip töten?

Kann ein RFID-Chip, wenn er zwischen Daumen und Zeigefinger implantiert wird, Elektroschocks auslösen, die einen Menschen handlungsunfähig machen? Das klingt nach ganz böser Science-Fiction. Ob der Chip tatsächlich technisch dazu in der Lage ist, darüber schweigt die Wissenschaft. Noch drastischer formulieren die RFID-Gegner den Mythos, dass es möglich ist, einen Mensch, der einen Chip trägt, per Knopfdruck zu töten. Das soll möglich sein, sagt zumindest eine Zeitung aus Augsburg, die über eine entsprechende Meldung der DPA (Deutsche Presse Agentur) berichtete. Demnach musste sich das Patentamt mit einem sogenannten Tötungs-Chip beschäftigen. Dort hat jemand einen Chip vorgestellt, der implantierbar ist und der Überwachung und Tötung von Menschen dient. Der Antragsteller hat einen RFID-Chip entwickelt, der eine „Strafkammer“ hat, die mit Gift gefüllt ist. Dieses Gift ist angeblich sicher eingekapselt und wird erst dann frei gesetzt, wenn es zur Eliminierung der Person kommt. Die „Freischaltung“ erfolgt via Satellit und Fernsteuerung. Den Antrag hat das Patentamt selbstverständlich abgelehnt.

Die Gefahr durch Militär und Geheimdienste

Selbst wenn ein deutsches Patentamt den „Tötungs-Chip“ abgelehnt hat, Militär, Geheimdienste oder Rüstungskonzerne denken darüber vielleicht nicht so ablehnend. Was passiert, wenn ein Rüstungskonzern die Möglichkeit bekommt, diesen Chip herzustellen? Finden sich dann auch Regime auf dieser Welt, die den Chip gerne in ihr Waffensortiment aufnehmen? Mit Sicherheit gibt es diese Regierungen, die ihr Militär oder ihren Geheimdienst gerne mit diesem Chip ausstatten. Ein abschreckendes Beispiel dafür, wie weit diese Technologie bereits ist, stellt der Tod des Agenten Alexander Litwinenko dar. Der frühere russische Nachrichtendienstmitarbeiter hatte 2006 in London einen „Zusammenstoß“ mit einem Regenschirm. Kurze Zeit später wurde Litwinenko schwer krank und starb schließlich. Durch den Stoß mit dem Schirm hatte ihm ein unbekannter Mann eine winzige Kugel ins Bein „implantiert“. Diese Kugel enthielt hochgiftiges Polonium, an dem Alexander Litwinenko schließlich qualvoll starb. Das, was heute noch wie eine Szene aus einem James-Bond-Film aussieht, ist längst keine Science-Fiction mehr.

Ist RFID schuld an einem Flugzeugabsturz?

Vor vier Jahren kam es zu einem Vorfall, der nach heutigen Erkenntnissen mit dem unerbittlichen Kampf um die Vorherrschaft auf dem RFID-Chip Markt im Zusammenhang stehen könnte. Am 8. März 2014 verschwand der Flug 370 der Malaysia Airlines auf dem Weg von Kuala Lumpur nach Peking von den Radarschirmen. Seit diesem Tag ist das Flugzeug nicht mehr aufgetaucht und gilt als vermisst. Im August berichteten mehrere Zeitungen, dass an Bord der Maschine Mitarbeiter einer amerikanischen Firma waren, die eine neue Generation von RFID-Chips herstellt. Diese Chips sollen irgendwann weltweit den Pass und den Personalausweis ersetzen. Vier dieser Mitarbeiter waren zudem Inhaber eines Halbleiter-Patents. Ein riesiges Geschäft also, für das sich aber ein anderer Patentinhaber interessiert. Dass die amerikanischen Inhaber eines Halbleiter-Patents verschwunden sind, macht es dem milliardenschweren britischen Patentinhaber leichter, in das lukrative Geschäft einzusteigen. Einen Beweis für diese These gibt es nicht und alles, was darüber berichtet wird, ist reine Spekulation. Für Verschwörungstheoretiker ist es aber einmal mehr der Beweis, wie mysteriös alles ist, wenn es um RFID geht.

Schon lange bekannt

Die Anfänge der RFID-Technologie reichen mehr als 20 Jahre zurück. Seitdem ranken sich immer wieder Gerüchte und Mythen um diese Technik, die einen großen Nutzen haben kann. In der heutigen Zeit, die von sogenannten „Fake-News“, also von gefälschten Neuigkeiten geprägt ist, haben vor allem Verschwörungstheorien Hochkonjunktur. Viele Menschen sind mehr als bereit, alles Negative zu glauben, was sie über diese neue Technologie lesen, sehen oder hören. Auffällig ist in diesem Zusammenhang jedoch, dass die Medien schon sehr früh für das neue Medium RFID getrommelt haben. Kritische Stimmen galten schnell als Spinner und Verschwörungstheoretiker und bis heute vertreten die etablierten Medien diese Meinung. Sie berichten unter anderem begeistert davon, wie es ist, sich einen Chip unter die Haut pflanzen zu lassen. Für die vermeintlichen Spinner beweist das einmal mehr, dass die Mächtigen dieser Welt die Menschheit kontrollieren möchten.

Jeder muss sich seine eigene Meinung über RFID bilden und sollte sich nicht von den Medien beeinflussen lassen. Es gibt jede Menge neutrale Berichte, die sich mit dem Thema beschäftigen und die das Pro, aber auch das Contra hinterfragen. Trotzdem gibt es immer wieder Kritiker und Zweifler, die sich sogar auf die Bibel berufen (Offenbarung 13, 16-17), wenn es darum geht, RFID zu verteufeln. RFID kann eine große Hilfe sein, aber es ist durchaus angebracht, Einwände und Zweifel haben zu dürfen. Nicht jeder ist mit der neuen Technik einverstanden und einen Zwang zur Nutzung von RFID sollte es nicht geben.

Beitragsbild: depositphotos.com / 222588148@WrightStudio

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Ulrike Dietz

Ulrike Dietz

Ulrike Dietz ist verheiratet, Mutter von zwei Kindern und lebt im Hochsauerland. Die Journalistin und Buchautorin schreibt Artikel zu vielen verschiedenen Themen.
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